Zusammenfassung
Viele Motorradfahrer leiden früher oder später unter Nacken-, Schulter-, Rücken-, Handgelenk- oder Knieschmerzen. Das ist nicht nur lästig, sondern beeinträchtigt auch die Konzentrationsfähigkeit auf längeren Fahrten. In Europa, wo man oft stundenlang bei wechselndem Wind, unterschiedlichen Straßenverhältnissen und Geschwindigkeiten unterwegs ist, summiert sich die körperliche Belastung.Schnell geladen. Dieser Artikel erklärt, warum Schmerzen bei Motorradfahrern so häufig vorkommen und wie man sie strukturell beheben kann, ohne gleich ein neues Motorrad kaufen zu müssen. Wir behandeln die häufigsten Schmerzbereiche und ihre Ursachen: Sitzwinkel, Lenkerposition, Fußrasten, Sattel, Winddruck und durch den Helm verursachte Turbulenzen. Sie erfahren, wie Sie die Belastung durch einfache Kontrollen und kleine Anpassungen auf stärkere Muskelgruppen verlagern, wie Sie Ihre Haltung und Muskelspannung während der Fahrt verändern und welche Verbesserungen wirklich etwas bewirken. Wir besprechen außerdem praktische Lösungen für lange Touren, Winterfahrten und den täglichen Weg zur Arbeit, inklusive kurzer Übungen für unterwegs. Der Artikel schließt mit einem übersichtlichen FAQ-Bereich, der häufig gestellte Fragen prägnant und verständlich beantwortet, sodass Motorradfahrer die wichtigsten Informationen sofort finden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung: Schmerz ist ein Signal, kein Nebenaspekt
- Die Grundlagen: Warum die Sitzposition anders ist, als Sie denken
- Nacken und Schultern: Turbulenzen, Helmposition und Spannung
- Handgelenke und Hände: Druck, Lenkerwinkel und Bremshebel
- Lendenwirbelsäule: Sitzwinkel, Sattel- und Rumpfspannung
- Hüfte, Knie und Füße: Fußstützen und Bewegungsfreiheit
- Winddruck und Aerodynamik: der versteckte Übeltäter
- Kleine Anpassungen, die große Erfolge bringen
- Intelligente Upgrades, die sich wirklich lohnen
- Schmerzen bei langen Arbeitstagen: Pausen, Mikro-Übungen und Rhythmus
- Wann ist es besser, einen Spezialisten hinzuzuziehen?
- Abschluss
- Häufig gestellte Fragen
Einleitung: Schmerz ist ein Signal, kein Nebenaspekt
Schmerzen beim Radfahren betreffen selten nur die Brustmuskulatur.h. Es ist meist ein Zeichen dafür, dass Ihr Körper eine Belastung aufnimmt, für die er nicht ausgelegt ist. Viele Fahrer ignorieren es, weil sie es für normal halten oder weil sie nichts verändern wollen, was „eigentlich einwandfrei funktioniert“. Das Problem ist, dass sich die Schmerzen fast immer allmählich verschlimmern. Was nach einer Stunde mit einer leichten Nackenverspannung beginnt, kann nach einigen Monaten schon nach 45 Minuten zu Krämpfen führen. Das beeinträchtigt nicht nur den Fahrspaß, sondern auch die Sicherheit, da Müdigkeit die Reaktionsfähigkeit verringert.
Die gute Nachricht: Die meisten Schmerzen bei Motorradfahrern werden nicht durch ein einzelnes Problem verursacht, sondern durch eine Kombination kleinerer Faktoren. Dazu gehören beispielsweise ein zu weit vorne positionierter Lenker, ein Sitz, der die Hüfte nach hinten neigt, eine Windschutzscheibe, die Turbulenzen direkt auf den Helm lenkt, drückende Handschuhe oder ein Helm, der den Kopf leicht nach hinten zieht. Durch gezielte Maßnahmen gegen diese Faktoren lassen sich oft mit minimalem Aufwand deutliche Verbesserungen erzielen.
Die Grundlagen: Warum die Sitzposition anders ist, als Sie denken
Viele Motorradfahrer glauben, sie würden nur „sitzen“. Tatsächlich ist Motorradfahren eine Form von isometrischem Training. Man nutzt seine Muskeln, um den Körper zu stabilisieren, während Wind, Gangschaltung und Straßenbeschaffenheit an einem ziehen. Ist die Haltung nicht korrekt, werden diese Kräfte von kleinen, schnell ermüdenden Muskeln wie Nacken, Unterarmen und unterem Rücken absorbiert. Mit der richtigen Haltung verteilt man die Belastung auf größere, stärkere Muskelgruppen und Knochenstrukturen, wodurch man länger entspannt bleibt.
Eine gute Grundhaltung fühlt sich oft weniger anstrengend an, als man denkt. Man sitzt mit geradem Rücken, entspannten Schultern, leicht angewinkelten Armen und entspannten Händen. Der Oberkörper wird nicht auf den Handgelenken, sondern auf der Rumpfmuskulatur und den Sitzbeinhöckern gestützt. Die Knie umklammern den Tank leicht, nicht um ihn zu belasten, sondern um den Körper zu stabilisieren, ohne die Hände zu überlasten.
Sobald man das spürt, erkennt man leicht, wo etwas schief läuft. Schmerzen in den Handgelenken deuten oft darauf hin, dass man sich zu sehr mit den Armen abstützt. Nackenschmerzen bedeuten oft, dass man gegen den Winddruck ankämpft oder der Helm Turbulenzen fängt. Schmerzen im unteren Rückenbereich bedeuten oft, dass das Becken zu stark kippt oder die Rumpfmuskulatur nicht ausreichend arbeitet.
Nacken und Schultern: Turbulenzen, Helmposition und Spannung
Nackenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden, insbesondere bei Fahrern von Naked Bikes, Adventure-Bikes und Vielfahrern auf Autobahnen. Viele vermuten, dass ein schwerer Helm die Ursache ist, doch oft sind Winddruck und Turbulenzen der eigentliche Faktor. Turbulenzen sind unruhige Luftströmungen, die den Kopf ständig drücken und ziehen. Selbst wenn man es nicht bewusst wahrnimmt, gleicht der Nacken dies permanent aus. Das erfordert Muskelkraft und führt zu Verspannungen.
Man kann dieses Muster oft beobachten. In der Stadt spürt man keine Beschwerden, doch bei höheren Geschwindigkeiten treten sie auf, und nach etwa einer Stunde verspürt man Schmerzen in Schultern und Nacken. Dies deutet fast immer auf Probleme mit der Aerodynamik hin, nicht auf allgemeine Fitness.
Der erste Schritt ist die richtige Haltung. Viele Fahrer neigen dazu, den Kopf zu weit nach vorne zu neigen, als wollten sie den Windwiderstand verringern. Dadurch wird die Belastung jedoch nur noch verstärkt. Stellen Sie sich einen langen Hals und ein leicht angezogenes Kinn vor, als ob Sie Ihren Kopf über Ihre Wirbelsäule stapeln würden. Eine kleine Korrektur kann viel bewirken.
Die zweite Lösung betrifft die Kombination aus Windschutzscheibe und Helm. Eine zu niedrige Windschutzscheibe erzeugt einen konstanten Winddruck. Eine zu hohe oder ungünstig geformte Windschutzscheibe kann Turbulenzen auf den Helm lenken. Dies ist oft schädlicher als direkter Wind. Optimal ist eine Windschutzscheibe, die den Luftstrom entweder direkt über den Helm leitet oder bewusst niedrig positioniert ist, um die Luftzirkulation zu verbessern. Die mittlere Position ist häufig die Ursache.
Auch der Helm selbst spielt eine Rolle. Ein Helm mit Schirm fängt mehr Wind ein. Ein zu lockerer Helm lässt Mikrobewegungen zu, die sich als Ermüdung bemerkbar machen. Ein zu enger Helm erzeugt Druckstellen, die automatisch zu Nackenverspannungen führen. Die Passform hängt also nicht nur vom Tragekomfort ab, sondern auch von der Muskelbelastung.
Handgelenke und Hände: Druck, Lenkerwinkel und Bremshebel
Schmerzen in den Handgelenken oder Kribbeln in den Fingern sind typische Anzeichen dafür, dass man die Hände zu stark belastet oder sie zu fest umklammert. Oftmals ist es eine Kombination aus beidem.
Der größte Fehler sind durchgestreckte Arme. Das bedeutet, dass die Arme ohne jegliche Beugung direkt auf die Handgelenke übertragen werden. Mit leicht gebeugten Armen wirken die Ellbogen wie eine Federung. Das ist nicht nur komfortabler, sondern auch sicherer, da sich das Fahrrad auf unebenen Straßen ruhiger anfühlt.
Brems- und Kupplungshebel sind ein oft unterschätzter Faktor. Ist der Hebelwinkel falsch eingestellt, entsteht eine unnatürliche Handgelenkshaltung. Man merkt es nicht sofort, aber nach etwa einer Stunde. Die einfache Lösung: Stellen Sie Ihre Hebel so ein, dass Ihr Handgelenk beim Bedienen in einer geraden Position bleibt. Das ist eine der besten kostenlosen Komfortverbesserungen überhaupt.
Auch der Griff ist wichtig. Wer ständig zu viel Druck auf den Gasgriff ausübt, dessen Unterarme schwellen an. Dies wird beim sportlichen Fahren oft als Armpump bezeichnet, tritt aber auch bei Touren aufgrund von Belastung und Winddruck auf. Ein entspannter Griff, bei dem man den Tank leicht mit den Knien umschließt und den Oberkörper mit der Rumpfmuskulatur statt mit den Händen stützt, ist die Lösung.
Lendenwirbelsäule: Sitzwinkel, Sattel- und Rumpfspannung
Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich sind bei Fahrern, die längere Strecken zurücklegen, weit verbreitet, insbesondere auf Motorrädern, wo man leicht nach vorne geneigt sitzt oder der Sitz das Becken nach hinten kippt. Viele glauben, sie hätten einfach einen schwachen Rücken, doch in Wirklichkeit ist die Ursache meist mechanisch bedingt: Man sitzt in einer Position, die die Wirbelsäule zu einer Ausgleichsbewegung zwingt.
Entscheidend ist die Beckenstellung. Kippt das Becken zu weit nach hinten, rundet sich der untere Rücken, und der Oberkörper hängt quasi an der unteren Rückenmuskulatur. Das fühlt sich zunächst wie Erschöpfung und später wie Schmerzen an. Ein nach vorne geneigter Sattel kann dies noch verschlimmern, da man ständig nach vorne rutscht und sich mit Rücken und Armen wieder zurückziehen muss.
Das lässt sich oft mit einer einfachen Übung testen: Setzen Sie sich auf einer geraden Straße bewusst etwas weiter hinten in den Sattel, strecken Sie den Rücken und spannen Sie die Bauchmuskeln leicht an, als würden Sie einen Reißverschluss in Richtung Brustbein ziehen. Nicht fest, aber aktiv. Wenn sich Ihr Rücken sofort besser anfühlt, liegt es nicht an „Ihrem Rücken“, sondern an Ihrer Haltung und Unterstützung.
Anspannung der Rumpfmuskulatur klingt nach Fitness, aber auf dem Motorrad geht es vor allem um Stabilität. Bauchmuskelübungen sind beim Fahren nicht nötig; wichtig ist nur, eine aufrechte Haltung zu vermeiden. Eine leichte Aktivierung der Rumpfmuskulatur in Kombination mit entspannten Schultern entlastet den unteren Rücken. Genau diese Kombination fehlt vielen Fahrern: Sie spannen Schultern und Arme an, lassen aber die Rumpfmuskulatur locker. Dadurch werden die falschen Muskeln beansprucht.
Auch die Position der Fußstützen spielt eine Rolle. Sind die Knie zu hoch oder zu gestreckt, kippt das Becken automatisch. Daher kann bereits eine kleine Änderung der Sattel- oder Fußstützenhöhe den Sitzkomfort deutlich verbessern.
Hüfte, Knie und Füße: Fußstützen und Bewegungsfreiheit
Knieschmerzen und Hüftsteife sind typisch für Motorräder mit flachem Sitzwinkel, wie beispielsweise sportliche Modelle, kommen aber auch bei Adventure-Bikes mit breitem Tank oder bei großen Fahrern vor. Die Ursache ist oft einfach: Die Gelenke werden zu lange in derselben Position gehalten, ohne dass Mikrobewegungen stattfinden.
Motorradfahren ist keine dynamische Sportart, bei der man ständig die Position wechselt. Hält das Motorrad den Fahrer in einem festen Winkel, werden Hüftbeuger, Knie und Knöchel protestieren. Bei Kälte verschlimmert sich das, da Muskeln und Sehnen weniger elastisch sind.
Die erste Lösung liegt nicht unbedingt in der Hardware, sondern darin, mehr Bewegungsfreiheit zu schaffen. Viele Fahrer sitzen zu statisch. Schon kleine Veränderungen der Haltung während der Fahrt, besonders auf geraden Strecken, können helfen: Verlagern Sie Ihr Gesäß um einen Zentimeter, strecken Sie kurz ein Knie oder verändern Sie leicht die Fußposition auf dem Scooter. Das klingt nach einer Kleinigkeit, verbessert aber die Durchblutung und die Beweglichkeit.
Die zweite Lösung sind Fußstützen. Schon wenige Millimeter Unterschied in Höhe oder Position können spürbar sein. Sind Ihre Knie zu stark gebeugt, kann eine niedrigere Fußstütze oder ein etwas höherer oder festerer Sattel den Winkel vergrößern. Sitzen Sie zu gerade, kann eine andere Position Ihnen mehr Kontrolle geben.
Auch die Schuhe spielen eine Rolle. Steife Schuhe, die sich nicht richtig einlaufen, können den Knöchelwinkel unnatürlich wirken lassen, wodurch Fuß und Knie die Fehlstellung ausgleichen müssen. Wenn Ihr Knöchel oder Knie nach einer Stunde zu schmerzen beginnt, sollten Sie nicht nur Ihr Fahrrad, sondern auch Ihre Schuhe überprüfen.
Winddruck und Aerodynamik: der versteckte Übeltäter
Der Winddruck ist oft die Ursache für Schmerzen, selbst wenn die Sitzposition auf dem Papier optimal erscheint. Man merkt es nicht immer sofort, aber der Körper versucht ständig, den Druck auszugleichen. Am deutlichsten spürt man das an Nacken, Schultern und Handgelenken. Drückt der Wind permanent gegen Brust und Helm, reagiert der Körper mit Gegendruck. Dieser Gegendruck kommt aus Armen und Nacken – genau den Bereichen, in denen Fahrer Beschwerden verspüren.
Die meisten Motorradfahrer verstehen unter Windschutz eine höhere Windschutzscheibe. Das kann funktionieren, aber auch kontraproduktiv sein. Eine Windschutzscheibe reduziert zwar den Winddruck auf die Brust, erhöht aber die Turbulenzen am Helm. Dadurch entsteht zwar weniger Druck, aber mehr Luftverwirbelungen. Und mehr Luftverwirbelungen sind anstrengender.
Ihr Ziel ist nicht Windstille, sondern gleichmäßiger Wind. Gleichmäßiger Wind bedeutet, dass der Wind konstant und nicht pulsierend ist. Das können Sie oft testen, indem Sie bei höherer Geschwindigkeit Ihren Kopf leicht auf und ab bewegen. Verändern sich Geräusch und Druck plötzlich, befinden Sie sich in Turbulenzen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihre Windschutzscheibe oder Ihre Sitzposition nicht optimal ist.
Kleine Anpassungen können helfen. Manchmal genügt es, ein Fenster höher oder tiefer zu stellen. Manchmal ist ein kleiner Spoiler die Lösung. Manchmal ist ein niedrigeres Fenster besser, um eine frische Brise statt verrauchter Luft zu genießen. Das gilt nicht immer, aber im Prinzip geht es darum, eine Luftzirkulation zu finden, die weniger Anpassungsreaktionen erfordert.
Auch Kleidung und Helm beeinflussen die Aerodynamik. Ein lockerer Kragen, eine Belüftungsöffnung am Hals, durch die Wind eindringen kann, oder ein Helm mit hervorstehenden Konturen können Turbulenzen verstärken. Deshalb erreichen manche Fahrer erst dann echten Komfort, wenn sie nicht nur das Fahrrad, sondern auch ihre gesamte Ausrüstung als System betrachten.
Kleine Anpassungen, die große Erfolge bringen
Die effektivsten Lösungen sind oft die einfachsten. Viele Fahrer suchen zunächst nach teuren Upgrades, obwohl die Grundeinstellungen falsch sind. Dabei lassen sich diese Anpassungen oft schnell vornehmen und bewirken sofort eine Verbesserung.
Die Hebelposition ist entscheidend. Positionieren Sie Brems- und Kupplungshebel so, dass Ihr Handgelenk beim Betätigen in einer geraden Linie bleibt. Dadurch vermeiden Sie eine Fehlhaltung des Handgelenks, die Ihnen garantiert nach einer Stunde Beschwerden bereiten wird.
Die zweite Möglichkeit ist die Lenkerrotation. Ein zu weit vorne positionierter Lenker zieht die Schultern hoch und belastet die Handgelenke. Eine leichte Drehung zu Ihnen hin entspannt die Ellbogen und ermöglicht es der Rumpfmuskulatur, den Oberkörper besser zu stützen.
Die dritte wichtige Voraussetzung ist die Position der Spiegel und des Kopfes. Sind die Spiegel zu weit entfernt oder zu hoch angebracht, drehen Sie Ihren Hals häufiger und länger. Das erzeugt zwar leichte Verspannungen, ist aber eintönig. Positionieren Sie die Spiegel so, dass die Halsdrehung möglichst gering ist.
Die Sattelposition ist der vierte Faktor. Beim Vorrutschen im Sattel gleichen Sie dies mit Händen und Rücken aus. Ein rutschfester Sattelbezug oder ein anderer Sattel können hier großen Vorteil bieten. Manchmal genügt es sogar, bewusst die Sitzposition zu verändern und Hose und Sattel auf Glätte zu prüfen.
Und vergiss nicht den Reifendruck. Reifen mit zu niedrigem Luftdruck machen dein Fahrrad instabiler und verleiten dich zu Überkorrekturen. Das fühlt sich zwar an wie Müdigkeit, hat aber oft einen mechanischen Grund.
Intelligente Upgrades, die sich wirklich lohnen
Nicht jede Verbesserung ist sinnvoll, aber einige sind fast immer sinnvoll, wenn man viel Auto fährt.
Eine gute oder besser angepasste Windschutzscheibe ist oft der erste Schritt, vorausgesetzt, man testet sie auf Turbulenzen. Ziel ist es, eine ruhige Fahrt im Bereich von Helm und Brust zu gewährleisten.
Für viele Radfahrer macht ein anderer Sattel den größten Komfortgewinn auf langen Touren aus. Ein Sattel, der das Becken stabilisiert und ein Vorrutschen verhindert, reduziert Rücken- und Handgelenkschmerzen.
Lenkererhöhungen oder eine veränderte Lenkerposition können Handgelenk- und Schulterverspannungen lösen, insbesondere auf Motorrädern, wo man sich oft zu weit nach vorne beugt. Das ist zwar keine Zauberei, aber es verlagert den Schwerpunkt und verändert den Armwinkel.
Tempomat oder Gaspedalunterstützung können die Unterarmspannung auf langen, geraden Strecken reduzieren. Besonders auf Autobahnkilometern kann dies den Unterschied zwischen entspanntem Ankommen und müden Armen ausmachen.
Gute Ohrstöpsel spielen auch eine indirekte Rolle. Weniger Windgeräusche bedeuten weniger Stress und weniger Muskelverspannungen in Nacken und Schultern. Viele Motorradfahrer unterschätzen diesen Effekt.
Schmerzen bei langen Arbeitstagen: Pausen, Mikro-Übungen und Rhythmus
Um Schmerzen zu vermeiden, müssen Sie nicht nur Ihr Fahrrad optimal einstellen, sondern auch Ihren Fahrrhythmus verstehen. Viele Radfahrer fahren zu lange ohne kurze Pausen und gleichen dies später mit einer ausgedehnten Mittagspause aus. Das ist weniger effektiv als kurze, gezielte Pausen.
Eine einfache Strategie ist, alle 60 bis 90 Minuten eine Pause einzulegen, selbst wenn sie nur fünf Minuten dauert. Nicht weil Sie müde sind, sondern weil Ihr Körper sich dabei erholen kann. Lockern Sie Ihre Schultern, kreisen Sie mit dem Nacken, bewegen Sie Ihre Handgelenke und dehnen Sie Ihre Hüften. Es klingt banal, beugt aber Verspannungen vor.
Du kannst auch während der Fahrt kleine Variationen einbauen. Bei geraden Strecken kannst du bewusst den Griff lockern, die Schultern hängen lassen und kurzzeitig bewusst die Knie zur Stabilisierung einsetzen. Du kannst auch deine Sitzposition leicht verändern und deine Füße anders platzieren. Das hält deinen Körper dynamischer.
Auch Flüssigkeitszufuhr und Ernährung spielen eine Rolle. Flüssigkeitsmangel führt zu schnelleren Muskelkrämpfen. Zu wenig Essen beeinträchtigt die Konzentration und führt unbewusst zu mehr Anspannung. Das mag zunächst nichts mit Schmerzen zu tun haben, ist aber an einem langen Tag sofort spürbar.
Wann ist es besser, einen Spezialisten hinzuzuziehen?
Manchmal reicht eine kleine Umstellung nicht aus. Bei anhaltendem Kribbeln in den Händen oder ausstrahlenden Schmerzen ist es ratsam, einen Experten aufzusuchen. Das kann ein Physiotherapeut, ein Bike-Fitter oder ein Spezialist für Motorradergonomie sein.
Selbst wenn Ihre Beschwerden nach mehreren Behandlungen weiterhin bestehen, kann eine objektive Untersuchung schneller helfen. Manchmal liegt die Ursache in etwas, das man nicht sehen kann, wie beispielsweise eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit, eine alte Verletzung oder eine Schulterasymmetrie.
Wenn Sie sich ein Motorrad kaufen, dessen Ergonomie nicht optimal zu Ihrem Körper passt, können Sie zwar vieles verbessern, aber nicht alles. Manchmal ist die ehrlichste Lösung eine andere Sitzposition oder ein anderes Motorradmodell. Das ist kein Verlust, sondern klug.
Abschluss
Schmerzen beim Motorradfahren sind meist kein unvermeidliches Schicksal. Sie entstehen durch eine Kombination aus Sitzposition, Winddruck, Fahrtechnik und wiederholten Bewegungen. Wer die Grundlagen versteht, kann gezielte Lösungen finden, anstatt nur herumzuraten. Nacken und Schultern leiden oft unter Turbulenzen und Verspannungen. Handgelenke werden durch Druck auf die Hände und falsche Hebelwinkel belastet. Der untere Rücken wird durch die Beckenposition und den Sattel beansprucht. Knie und Hüften leiden unter einem zu statischen Sitzwinkel.
Die größten Fortschritte erzielt man durch kleine Anpassungen: die Hebel justieren, den Lenkwinkel optimieren, den Windschutz verbessern und den Fahrrhythmus anpassen. Danach folgen die Upgrades, die wirklich etwas bringen, wie ein besserer Sattel oder eine durchdachte Windschutzscheibe. Geht man diese Schritte klug an, fährt man länger, entspannter und mit mehr Kontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Warum treten meine Nackenschmerzen hauptsächlich bei höheren Geschwindigkeiten auf?
Dies liegt in der Regel an dem Winddruck und den Turbulenzen um Ihren Helm herum, wodurch Ihr Nacken ständig kompensieren muss.
Wie kann ich Schmerzen in meinen Handgelenken vorbeugen?
Halten Sie die Arme leicht gebeugt, stützen Sie Ihr Gewicht mit der Rumpfmuskulatur und stellen Sie die Griffe so ein, dass Ihre Handgelenke in einer Linie bleiben.
Warum schmerzt mein unterer Rücken nach einer Stunde Autofahrt?
Häufig verursacht durch die Beckenposition und einen Sattel, der den Körper nach vorne zwingt oder zu einem runden Rücken führt, kombiniert mit einer zu geringen Aktivierung der Rumpfmuskulatur.
Welche kostenlose Lösung ist die schnellste, die einen großen Unterschied macht?
Optimieren Sie die Hebelposition und die Lenkerrotation und halten Sie die Schultern bewusst tief und den Griff entspannt.
Hilft ein höheres Fenster immer gegen Nackenschmerzen?
Nicht immer. Eine höhere Windschutzscheibe kann Turbulenzen am Helm erzeugen. Sie benötigen saubere Luft, nicht unbedingt weniger Wind.
Was kann ich gegen steife Knie bei langen Fahrten tun?
Führen Sie während der Fahrt Mikrobewegungen aus, halten Sie alle 60 bis 90 Minuten kurz an und überlegen Sie, ob Sie die Position des Sattels oder der Fußstützen anpassen können.
Wann sollte ich einen Spezialisten aufsuchen?
Bei anhaltendem Kribbeln, ausstrahlenden Schmerzen oder Beschwerden, die sich trotz Justierungen und Haltungskorrekturen nicht bessern.
Welche Aufrüstung bietet häufig den größten Komfortgewinn?
Ein Sattel, der Ihr Becken stabil hält und ein Verrutschen verhindert, und eine Windschutzlösung, die Turbulenzen um Ihren Helm herum reduziert.