Zusammenfassung
Die ECE 22.06 ist die aktuelle europäische Typgenehmigung für Motorradhelme und ersetzt die ältere ECE 22.05 durch strengere und realistischere Testverfahren. Für Motorradfahrer bedeutet dies vor allem drei Dinge: Helme werden an mehr Aufprallpunkten und bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten getestet, Rotationskräfte werden stärker berücksichtigt, und Zubehör wie Visiere und Komponenten für Gegensprechanlagen unterliegen strengeren Prüfkriterien. In der Praxis erschwert dies den Herstellern die Entwicklung von Helmen mit „gerade ausreichender“ Sicherheit, erleichtert Ihnen aber die Wahl eines Helms, der 2026 besser für verschiedene Unfallszenarien gerüstet ist. Gleichzeitig bleibt die Zertifizierung nur ein Aspekt der Sicherheit: Passform, Kinnriemen, Visierqualität, Belüftung und Geräuschpegel entscheiden darüber, ob Sie den Helm konsequent und korrekt tragen und ob er im Alltag wie vorgesehen funktioniert. In diesem Artikel erklären wir die ECE 22.06 klar und verständlich, übersetzen sie in Kaufkriterien und geben Tipps für den Kauf im Geschäft, einschließlich häufiger Fehler, die Sie leicht vermeiden können. Der Artikel schließt mit einem übersichtlichen FAQ-Bereich, der häufig gestellte Fragen prägnant und verständlich beantwortet, sodass Fahrer die wichtigsten Informationen sofort finden können.
Inhaltsverzeichnis
- Was ECE 22.06 ist und warum es existiert
- Was hat sich im Vergleich zu ECE 22.05 geändert?
- Die wichtigsten Tests einfach erklärt
- Was dies für verschiedene Helmtypen bedeutet
- Kaufkriterien, die jetzt mehr Gewicht haben
- Passform und Größe: So vermeiden Sie den größten Fehler
- Visier, Pinlock-System, Belüftung und Geräuschdämmung innerhalb von 22,06
- Gegensprechanlage und Zubehör: Was bedeutet „kompatibel“ wirklich?
- Wann sollte man es ersetzen? Aufgrund des Alters, der Auswirkungen und der täglichen Nutzung
- Häufige Missverständnisse über ECE 22.06
- Häufig gestellte Fragen
Was ECE 22.06 ist und warum es existiert
Die ECE 22.06 ist die europäische Sicherheitsnorm, die festlegt, wie Motorradhelme geprüft und zugelassen werden, bevor sie als Schutzausrüstung verkauft werden dürfen. Es handelt sich nicht um eine „Qualitätsbewertung“ wie Sterne, sondern um eine Mindestanforderung. Die Bedeutung liegt im Wort „Mindestanforderung“: Ein zugelassener Helm besteht eine Reihe von Tests, die belegen, dass er in relevanten Aufprallsituationen ausreichenden Schutz bietet. Die Norm 22.06 wurde eingeführt, da sich der Verkehr und das Helmdesign verändert haben und die alte Prüfumgebung der 22.05 reale Unfälle nicht mehr adäquat abbildet. Man denke an unterschiedliche Geschwindigkeiten, verschiedene Aufprallwinkel, mehr Zubehör und eine größere Vielfalt an Helmformen.
Für Sie als Fahrer ist es in erster Linie ein Filter. Es setzt höhere Maßstäbe. Ein durchschnittlicher Helm, den Sie 2026 kaufen, muss strengere und umfangreichere Tests bestehen als ein vergleichbarer Helm nach Norm 22.05. Das heißt nicht, dass jeder Helm nach Norm 22.06 in jeder Situation automatisch besser ist als jeder Helm nach Norm 22.05, aber es erhöht Ihre Chancen deutlich, insbesondere wenn Sie im mittleren oder unteren Preissegment suchen und weniger auf Marketingversprechen setzen möchten.
Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Norm zwar testet, was testbar ist, aber nicht alles Wichtige abdeckt. Ein Prüfzeichen sagt beispielsweise nichts darüber aus, ob ein Helm richtig sitzt, ob der Kinnriemen sicher am Kiefer anliegt oder ob die Sicht ausreichend ist, ohne den Hals zu überstrecken. Daher ist die ECE 22.06 zwar eine solide Grundlage, aber keine endgültige Antwort. Die einzig wirklich entscheidende Antwort ist ein Helm, der nachweislich getestet wurde und auch im täglichen Fahrbetrieb komfortabel und stabil sitzt.
Was hat sich im Vergleich zu ECE 22.05 geändert?
Der Hauptunterschied zwischen den Normen 22.05 und 22.06 besteht darin, dass 22.06 umfassendere und strengere Tests durchführt. Bei 22.05 war die Testpalette hinsichtlich der Vielfalt der Aufprallsituationen und -punkte auf der Skala eingeschränkter. 22.06 konzentriert sich expliziter auf mehrere Aufprallstellen und unterschiedliche Aufprallenergien. Das bedeutet, dass ein Helm nicht mehr primär für wenige Testpunkte optimiert werden kann. In der Praxis zwingt dies die Hersteller dazu, einen konsistenten Schutz über einen größeren Bereich der Skala zu gewährleisten.
Ein zweiter Unterschied besteht darin, dass Rotationskräfte stärker berücksichtigt werden. Bei realen Unfällen handelt es sich selten um einen geradlinigen Aufprall. Der Kopf trifft häufig in einem Winkel auf, und die Rotationsbeschleunigung spielt dabei eine Rolle. Daher enthält die Norm Testelemente, die schräge Aufprälle besser abbilden. Dies ist relevant, da Hirnverletzungen nicht nur von der Stärke des Aufpralls abhängen, sondern auch davon, wie sich der Kopf dreht und wie die Energie durch den Helm auf den Kopf übertragen wird.
Eine dritte Änderung betrifft den Umgang mit Zubehör. Helme werden häufig mit Visieren, Sonnenblenden, Schirmen, Belüftungsöffnungen und zunehmend auch mit Gegensprechanlagen verwendet. Die Norm 22.06 berücksichtigt diese Komponenten genauer und stellt sicher, dass ein Helm die Anforderungen nicht nur „gerade so“, sondern auch in einer Konfiguration erfüllt, die dem tatsächlichen Fahrverhalten entspricht. Dies ist besonders wichtig für Klapphelme und Adventure-Helme mit Schirm, da diese Komponenten das Aufprallverhalten beeinflussen können.
Die Anforderungen an die Konsistenz wurden ebenfalls verschärft. Das bedeutet, dass die Norm weniger Spielraum für Beispiele lässt, die den Test zufällig bestehen. Der Gedanke dahinter ist einfach: Beim Kauf eines Helms möchte man nicht vom Zufall der Produktionstoleranzen abhängig sein. Die Norm versucht, dies durch strengere und umfassendere Tests zu minimieren.
Die wichtigsten Tests einfach erklärt
Ein Helmtest nach ECE 22.06 konzentriert sich auf die Frage: Wie viel Energie wird auf Ihren Kopf übertragen, und bleibt der Helm intakt, während er gleichzeitig Schutz bietet? Dies wird durch Aufpralltests an verschiedenen Stellen der Helmschale geprüft, um sicherzustellen, dass nicht nur die besonders beanspruchten Bereiche, sondern auch die bei realen Unfällen häufig betroffenen Stellen funktionieren. Für Sie bedeutet dies, dass Helme auch dann noch gut funktionieren müssen, wenn der Aufprall leicht vom Ideal abweicht.
Darüber hinaus spielt der schräge Aufprall eine Rolle, da viele Stürze durch Rutschen oder Schrägaufprall erfolgen. Der Helm kann dann nicht nur den Aufprall, sondern auch eine Rotationsbewegung aushalten. Der Test nach Norm 22.06 berücksichtigt dies. Man muss den genauen Testaufbau nicht kennen, um die Konsequenz zu verstehen: Helme müssen realistischeren Kräften standhalten, wodurch Designentscheidungen hinsichtlich Außenschale, EPS-Innenschale und Reibung an Bedeutung gewinnen.
Auch Visier- und Verschlussprüfungen sind wichtig. Ein Helm mag theoretisch eine gute Schale haben, aber wenn sich das Visier bei einem Aufprall löst oder der Verschluss versagt, ist man in der Praxis schlechter geschützt. Daher gibt es Anforderungen an das Haltesystem – wie der Helm auf dem Kopf sitzt – und an die Komponenten, die Gesicht und Sicht schützen. Aus diesem Grund ist es wichtig, nicht nur auf vorhandene Zertifizierungen zu achten, sondern auch darauf, wie stabil sich Kinnriemen und Verschluss anfühlen und ob der Visiermechanismus fest und zuverlässig ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Praxis ist, dass Helme in verschiedenen Größen getestet werden. Ein Helm in Größe S ist nicht automatisch dasselbe wie ein Helm in Größe XL mit nur mehr Polsterung. Hersteller verwenden mitunter verschiedene Schalengrößen und EPS-Innenschalen, um Gewicht und Schutz optimal auszubalancieren. Strengere Normen erschweren es, eine Größe perfekt zu optimieren und die anderen Größen zu vernachlässigen. Das ist von Vorteil, denn so ist das Risiko geringer, dass Ihre Größe in einer Testreihe nicht optimal passt.
Was dies für verschiedene Helmtypen bedeutet
Integralhelme gelten aufgrund ihrer einfachen Konstruktion und des oft robusten Kinnbügels weiterhin als Maßstab für viele Motorradfahrer. Gemäß der Norm 22.06 werden Integralhelme vor allem umfangreicher getestet, und Käufer können sich stärker auf Passform, Belüftung und Geräuschdämpfung konzentrieren, da die grundlegenden Sicherheitsstandards strenger geprüft werden als zuvor. Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen den Modellen hinsichtlich Sichtfeld, Visiermechanismus und Innenform.
Modulare Helme sind interessant, weil sie praktisch sind, aber durch ihr Scharnier und den Kinnbügelmechanismus ist die Konstruktion komplexer. Die Norm 22.06 ist hier relevant, da sie Helme zu realistischeren Testkonfigurationen zwingt und Verschluss und Mechanismus genau unter die Lupe nimmt. Für Sie bedeutet das eine einfache Überprüfung: Der Mechanismus sollte sich fest anfühlen, ohne Spiel haben, und der Helm sollte fest geschlossen bleiben, ohne dass sich der Kinnbügel bewegt, wenn Sie ihn greifen und leicht drehen.
Jethelme und offene Helme bieten unabhängig von der Zertifizierung weniger Schutz für Kinn und Gesicht. Die Norm 22.06 mag zwar die Aufprallleistung verbessern, ändert aber nichts daran, dass Kinn und Kiefer weniger geschützt sind. Wer hauptsächlich in der Stadt mit niedrigen Geschwindigkeiten unterwegs ist, mag sich bewusst dafür entscheiden, aber es ist keine neutrale Wahl. Die Norm ist hilfreich, kann aber nichts hinzufügen, was nicht schon vorhanden ist.
Adventure-Helme mit Schirm und großen Sichtöffnungen sind aufgrund ihrer guten Sicht und ihres hohen Tragekomforts beliebt. Der Schirm kann windempfindlich sein und im Falle eines Aufpralls eine zusätzliche, relevante Komponente darstellen. Bei Helmen unter 22.06 liegt der Vorteil darin, dass solche Komponenten im Zulassungsverfahren strenger geprüft werden. Dennoch ist es wichtig, dass Sie die Leistung des Helms bei Seitenwind und hohen Geschwindigkeiten testen. Ein Helm kann in Tests sicher sein und dennoch durch Windverwirbelungen zu Ermüdung führen. Ermüdung beeinträchtigt indirekt die Sicherheit, da sie Ihre Fahrmanöver erschwert.
Kaufkriterien, die jetzt mehr Gewicht haben
Da die ECE 22.06 die Mindestanforderungen an die Sicherheit erhöht, rücken bei Ihrer Kaufentscheidung andere, in der Praxis ebenso entscheidende Faktoren in den Vordergrund. Die Passform ist von größter Bedeutung. Ein schlecht sitzender Helm bietet weniger Schutz, da er sich verdrehen, hochrutschen oder beim Aufprall an einer ungünstigen Stelle treffen kann. Außerdem werden Sie ihn entweder seltener tragen oder ihn lockern, wodurch der gesamte Vorteil einer Norm verloren geht.
Als Nächstes kommt die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Ein Helm muss auch bei Turbulenzen stabil sitzen. Hebt, zieht oder verdreht er sich bei jeder Schulterbewegung, kompensieren Sie dies mit Ihrer Nackenmuskulatur. Das ermüdet schnell. Auf langen Fahrten beeinträchtigt dies direkt Ihre Konzentration, und die Konzentration bestimmt, wie gut Sie Gefahren erkennen. Ein leiser und stabiler Helm ist in der Praxis oft sicherer als einer, der zwar auf dem Papier zugelassen ist, Sie aber auf jedem Kilometer stört.
Sichtfeld und optische Qualität des Visiers sind wichtiger, als viele denken. Bei Regen braucht man ein Visier, das nicht so leicht beschlägt und in der Dämmerung keine Verzerrungen aufweist. Da viele Menschen ab 2026 ganzjährig Auto fahren werden, ist eine Lösung wichtig, die auch bei feuchten und kalten Bedingungen Sicherheit vermittelt. Die Norm gibt zwar Hinweise zur Sicherheit, aber letztendlich entscheidet die eigene Sicht darüber, ob man sicher handeln kann.
Schnalle und Kinnriemen erfordern eine bewusste Wahl. Die Schnalle sollte Ihnen passen, damit Sie sie immer richtig verwenden. Wenn sich Ihre Schnalle klobig anfühlt, neigen Sie eher dazu, sie nachlässig oder zu locker zu schließen. Das ist ein typisch menschliches Verhalten. Wählen Sie daher ein System, das für Sie automatisch funktioniert, nicht eines, das Sie jedes Mal „nutzen“ müssen.
Passform und Größe: So vermeiden Sie den größten Fehler
Der häufigste Fehler beim Helmkauf ist die Wahl anhand der Größenangabe statt anhand der Kopfform. Zwei Helme in Größe M können sich völlig unterschiedlich anfühlen, da ihre Innenform unterschiedlich ist – beispielsweise runder oder ovaler. Die Folge: Man kauft einen Helm, der zwar eng an den Wangen anliegt, aber oben zu viel Platz lässt, oder umgekehrt. In beiden Fällen kann sich der Helm bei einem Aufprall verschieben, und es entstehen Druckstellen.
Ein gut sitzender Helm fühlt sich rundum gleichmäßig fest an, ohne Druckstellen. Ihre Wangen sollten festen Kontakt haben, besonders bei einem neuen Helm, da sich das Innenfutter oft etwas einsinkt. Der Helm sollte sich nicht leicht verdrehen lassen, wenn Sie ihn festhalten und versuchen, Ihren Kopf zu drehen. Gleichzeitig sollte er nicht so eng sitzen, dass Sie nach zehn Minuten Kopfschmerzen bekommen. Kopfschmerzen im Geschäft werden zu Kopfschmerzen im Straßenverkehr, und dann lockert man automatisch den Kinnriemen oder verzichtet ganz auf das Tragen des Helms.
Ein praktischer Test ist, den Helm aufzusetzen, den Kinnriemen festzuziehen und dann mit den Händen an Hinterkopf und Seiten zu tasten, um zu prüfen, ob sich der Helm über die Stirn ziehen lässt. Geht das leicht, ist der Helm zu groß oder passt nicht. Alternativ können Sie das Visier öffnen und den Kopf leicht schütteln. Ein Helm, der selbst bei der geringsten Bewegung nachgibt, ist nicht stabil genug. Solche Überprüfungen sind wichtiger denn je, denn obwohl die Norm 22.06 Ihre grundlegende Sicherheit erhöht, ist die Passform entscheidend dafür, wie gut diese Sicherheit auf Ihrem Kopf sitzt.
Ein letzter Punkt betrifft Ihre Fahrposition. Wenn Sie bei starkem Wind ein Naked Bike fahren, haben Sie andere Anforderungen an die Stabilität als jemand, der hinter einem großen Fenster sitzt. Ein Helm kann sich in einem ruhigen Geschäft perfekt anfühlen und plötzlich am Fahrrad ziehen. Wählen Sie daher im Zweifelsfall einen Helm, der für seine Stabilität bekannt ist, und bewegen Sie sich im Geschäft bewusst so, als ob Sie in Fahrposition wären: mit leicht nach vorn geneigtem Kopf und nach oben gerichtetem Blick, genau wie auf der Straße.
Visier, Pinlock-System, Belüftung und Geräuschdämmung innerhalb von 22,06
Das Visier ist Ihre Windschutzscheibe. Bei Regen und Kälte ist beschlagenes Visier extrem ärgerlich, und Ärger beeinträchtigt Ihre Aufmerksamkeit. Eine gute Antibeschlaglösung ist daher für Ihre Sicherheit unerlässlich. Es geht nicht nur darum, ob der Helm über eine solche Lösung verfügt, sondern auch darum, wie gut sie abdichtet und wie einfach sich das Visier in verschiedene Positionen verstellen lässt, um genau die richtige Menge Luft hereinzulassen, ohne dass Ihnen Regen in die Nase spritzt.
Die Belüftung ist ein Balanceakt. Unzureichende Belüftung führt zu Beschlagen der Visiere und einem stickigen Gefühl, während zu viel Lärm und Zugluft verursachen kann. Lärm ist ein oft unterschätzter Sicherheitsaspekt. Ist der Helm zu laut, ermüden Sie schneller und verlieren die Konzentration beim Fahren. Außerdem kann lauter Windlärm Ihr Gehör belasten, insbesondere auf langen Autobahnfahrten. Die ECE 22.06 legt keine Schallpegel fest. Daher sollten Sie dies unbedingt beachten, besonders wenn Sie häufig länger als eine Stunde fahren.
Für viele Motorradfahrer ist die integrierte Sonnenblende ein Komfortmerkmal, das sich in der Praxis als Sicherheitsmerkmal erweist, da man schneller auf wechselnde Lichtverhältnisse reagieren kann, ohne eine zusätzliche Brille aufsetzen zu müssen. Achten Sie jedoch auf die optische Qualität und die Bedienung mit Handschuhen. Ein System, das nicht intuitiv zu bedienen ist, wird seltener genutzt, und Sie werden in tiefstehender Sonne oder in Tunneln weiterhin improvisieren müssen.
Gegensprechanlage und Zubehör: Was bedeutet „kompatibel“ wirklich?
Im Jahr 2026 werden viele Menschen mit Gegensprechanlagen unterwegs sein, sei es auch nur zur Navigation. Gemäß dem 22. Juni gelten für Zubehörteile strengere Zulassungsauflagen, insbesondere für integrierte oder vorinstallierte Systeme. Für Sie als Käufer bedeutet „gegensprechanlagenkompatibel“ nicht automatisch, dass jedes Gerät sicher und logisch passt. Entscheidend sind der Platz in der Helmschale, die Kabelführung, die Position der Lautsprecher und vor allem die äußere Anbringung des Geräts. Eine Anlage, die genau dort positioniert ist, wo Ihre Schulter häufig vorbeikommt, oder die die Aerodynamik beeinträchtigt, kann Lärm und Luftwiderstand verursachen. Das ist ermüdend und kann die Stabilität des Helms beeinträchtigen.
Ein weiterer praktischer Faktor ist der Druck auf die Ohren. Lautsprecher, die nicht richtig sitzen, können nach etwa zwanzig Minuten Schmerzen oder Reizungen verursachen. Das führt zu Unruhe während der Fahrt, und genau das will man vermeiden. Ein Helm mit ausreichend großen Lautsprecheröffnungen und einer durchdachten Anordnung von Mikrofon und Kabeln macht die Nutzung der Gegensprechanlage sicher und komfortabel. Gerade für Vielfahrer ist das ein wichtiger Faktor, denn Komfort bedingt die regelmäßige Nutzung, und regelmäßige Nutzung wiederum die Sicherheit bei den täglichen Fahrten.
Wann sollte man es ersetzen? Aufgrund des Alters, der Auswirkungen und der täglichen Nutzung
Ein Helm ist nicht für die Ewigkeit gemacht. Materialien altern durch UV-Strahlung, Schweiß, Temperaturschwankungen und mechanische Belastung. Selbst ohne Unfall verschleißt ein Helm. Das Innenfutter gibt nach, wodurch der Sitz lockerer wird. Ein Helm, der einst perfekt saß, kann nach Jahren gerade so viel nachgeben, dass er beim Aufprall mehr Bewegungsfreiheit bietet. Das ist ein entscheidender Punkt: Sitzt der Helm nicht mehr sicher und fest, sinkt seine Schutzwirkung, selbst wenn er noch gut aussieht.
Nach einem Aufprall ist ein Austausch oft die sicherste Option, selbst wenn keine sichtbaren Schäden erkennbar sind. Die energieabsorbierende Schicht kann im Inneren beschädigt sein. Viele Fahrer unterschätzen dies, da die Außenschale intakt bleibt, doch der Schutz liegt hauptsächlich im Verborgenen. Fällt ein Helm aus einer gewissen Höhe auf eine harte Oberfläche, hängt die Schwere des Aufpralls von Höhe, Oberfläche und Winkel ab. Vorsicht ist jedoch immer geboten. Im Zweifelsfall ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen, denn Ihr Helm schützt buchstäblich Ihr Gehirn.
Der tägliche Gebrauch, insbesondere das Pendeln bei jedem Wetter, stellt höhere Anforderungen an den Verschluss- und Visiermechanismus. Wenn das Visier locker wird, die Gummis verschleißen oder der Verschluss nicht mehr richtig schließt, kann dies Ihre Sicherheit beeinträchtigen. Das sind keine Kleinigkeiten, sondern Anzeichen dafür, dass der Helm möglicherweise seine optimale Funktionsfähigkeit erreicht hat.
Häufige Missverständnisse über ECE 22.06
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass ein Helm mit 22.06-Zertifizierung grundsätzlich besser sei als ein Helm mit 22.05-Zertifizierung. Zwar ist der Standard strenger, doch gibt es hochwertige 22.05-Helme, die in der Praxis sehr sicher sein können, insbesondere bei perfekter Passform und einwandfreier Technik. Korrekterweise erhöht eine 22.06-Zertifizierung die Wahrscheinlichkeit für ein gründlich getestetes Design, letztendlich sind jedoch Passform und Verwendung die entscheidenden Faktoren.
Ein weiterer Irrglaube ist, dass die Passform keine Rolle mehr spiele, da „die Norm alles prüft“. Die Norm prüft jedoch den Helm selbst, nicht die Kombination aus Helm und Kopf. Ein Helm, der sich verdreht oder anhebt, kann beim Aufprall falsch landen. Daher bleibt die Passform der wichtigste Sicherheitsfaktor – und einer, den Sie beeinflussen können.
Manche Fahrer glauben fälschlicherweise, dass Zubehör automatisch sicher sei, wenn ein Helm „kompatibel“ ist. Kompatibilität bedeutet jedoch oft nur, dass es passt, nicht aber, dass es optimal für Kopf, Ohren und Fahrrad geeignet ist. Die beste Wahl ist ein Helm, bei dem sich Zubehör logisch integrieren lässt, ohne Druckstellen zu verursachen oder die Aerodynamik zu beeinträchtigen.
Schließlich gibt es noch die Vorstellung, dass teuer immer besser ist. Der Preis spiegelt zwar Material, Verarbeitung und Tragekomfort wider, aber nicht automatisch die Passform des Helms. Ein Helm der Mittelklasse (22.06), der perfekt sitzt und den man gerne trägt, ist oft die bessere Wahl als ein Spitzenmodell, das nicht optimal passt und das man eher locker oder seltener trägt.
Häufig gestellte Fragen
Wird ECE 22.06 im Jahr 2026 verpflichtend sein?
Neue Helme, die auf den Markt kommen, müssen die aktuellen Typgenehmigungsanforderungen erfüllen. In der Praxis bedeutet dies, dass Sie bei Neukäufen immer häufiger die Kennzeichnung 22.06 sehen werden.
Kann ich mit einem Helm nach ECE 22.05 noch sicher Auto fahren?
Das ist möglich, vorausgesetzt, der Helm passt richtig, ist unbeschädigt und sitzt fest und stabil. Die Norm 22.06 legt die Anforderungen höher, aber Passform und Zustand bleiben entscheidend.
Woran erkenne ich, ob ein Helm nach ECE 22.06 zugelassen ist?
Diese Angabe findet sich auf dem Prüfetikett im oder am Helm, üblicherweise in der Nähe des Kinnriemens oder im Innenfutter, wo die Typgenehmigungsnummer angegeben ist.
Bedeutet 22.06, dass Rotationskräfte nun immer gut aufgelöst sind?
Die Norm berücksichtigt schräge Aufprallwinkel strenger, dennoch ist es wichtig, dass ein Helm gut sitzt und stabil bleibt, da Bewegungen auf dem Kopf die Rotationskräfte erhöhen können.
Ist ein Systemhelm nach Norm 22.06 genauso sicher wie ein Integralhelm?
Ein zugelassener Systemhelm erfüllt die Norm, doch aufgrund der komplexen Mechanik sind Passform und Verschluss besonders wichtig. Prüfen Sie, ob der Kinnschutz sicher und spielfrei schließt.
Spielt das Material der Außenhülle eine Rolle für die Sicherheit?
Es kann sich auf Gewicht, Steifigkeit und Energieverteilung auswirken, aber die Gesamtkonstruktion und die Passgenauigkeit bestimmen den tatsächlichen Schutz.
Was ist der wichtigste Einkaufscheck im Geschäft?
Setzen Sie den Helm mit geschlossenem Kinnriemen auf und prüfen Sie, ob er sich nicht verdrehen oder hochrutschen kann und ob er gleichmäßig sitzt und keine Druckstellen verursacht.
Wann sollte ich meinen Helm austauschen, wenn ich nie einen Unfall habe?
Wenn die Passform merklich nachgelassen hat, wenn der Schnallen- oder Visiermechanismus abgenutzt ist oder wenn der Helm aufgrund intensiver Nutzung deutliche Gebrauchsspuren aufweist.
Ist eine integrierte Sonnenblende ein Sicherheitsvorteil?
Es kann in der Praxis sicherer sein, da man bei wechselnden Lichtverhältnissen schnell umschalten kann, vorausgesetzt, das Visier ist optisch gut und die Bedienung mit Handschuhen ist problemlos.
Sind Gegensprechanlagen mit einem 22.06-Helm immer sicher?
Nur wenn der Helm für diese Montageart ausgelegt ist und das Gerät keine Druckstellen oder aerodynamische Beeinträchtigungen verursacht. Testen Sie immer, ob die Lautsprecher und die Position des Geräts für Sie bequem und stabil sind.